KS West e.V.
KS West e.V.

Kalksandstein-Produkte

Von der Kalksandsteinindustrie wird eine Vielzahl an Formaten für die Handvermauerung und für das Vermauern mit Versetzgerät angeboten. Das KS-Bausystem umfasst neben den Steinformaten für die Erstellung von Mauerwerk nach DIN EN 1996/NA auch Bauteile zur Systemergänzung sowie Sonderprodukte. Die KS-Palette reicht von traditionellen, kleinformatigen Kalksandsteinen (KS) zur Handvermauerung (KS-Vollsteine und KS-Lochsteine) zu Steinen mit Nut-Feder-System (KS -R-Steine) zur Herstellung von tragenden und nicht tragenden Wänden. Besonders wirtschaftlich sind KS-Plansteine (KS P) und großformatige KS XL, die mit Dünnbettmörtel und unter Verwendung von Versetzgeräten verarbeitet werden. 

Kalksandsteine zur Erstellung von (Außen-)Sichtmauerwerk (KS-Verblender) gibt es mit glatten, bossierten oder bruchrauhen Sichtflächen, mit oder ohne werksseitiger Imprägnierung. Auch Steine mit abgefasten Kanten (KS –F) sind möglich. Mit KS-Bauplatten (KS BP) werden schlanke nicht tragende Wände hergestellt. KS -E-Steine ermöglichen – auch nachträglich – die Verlegung von Elektroinstallation ohne Schlitzen und Fräsen. Die Bauteile zur Systemergänzung wie z.B. KS-Wärmedämmsteine/KS- Kimmsteine, KS-U-Schalen und KS-Stürze runden das Lieferprogramm ab und ermöglichen somit die Erstellung von Wänden aus einem Baustoff.

KS und KS -R für Normalmauermörtel

Beispiele von Kalksandsteinen zur Verarbeitung mit Normalmauermörtel

Die Formate 2 DF; 3 DF; 4 DF; 5 DF auch als KS-Lochsteine (KS-L). KS Lochsteine (KS L) weisen einen Lochanteil > 15% bezogen auf die Lagerfläche auf.

Beispiele für KS-Steine (KS -R mit h = 113 mm), zu versetzen in Normalmauermörtel

Auch als KS Lochsteine (KS L-R). KS Lochsteine (KS L-R) weisen einen Lochanteil > 15% bezogen auf die Lagerfläche auf.

Wesentliche Kennzeichen der KS -R-Steine für die Verarbeitung mit Normalmauermörtel sind die Stirnflächenausbildung mit Nut-Feder-System für das Mauern in der Regel ohne Stoßfugenvermörtelung und die ergonomisch gestalteten Griffhilfen für das Mauern der Steine von Hand.

KS -R-Steine mit h = 25 cm Schichthöhe werden als KS-Blocksteine bezeichnet.

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KS-Plansteine

Beispiele für KS-Plansteine (KS -R P) zum Versetzen in Dünnbettmörtel

Die hohe Maßgenauigkeit (Höhentoleranz ± 1,0 mm) von KS -R-Plansteinen (KS -R P) ermöglicht besonders ebenflächiges und sauberes Mauerwerk. Die einfache Verarbeitung und der geringe Mörtelbedarf sind Merkmale für das Versetzen in Dünnbettmörtel.

Die charakteristische Mauerwerksdruckfestigkeit nach DIN EN 1996/NA für Mauerwerk mit Dünnbettmörtel ist gegenüber Mauerwerk in Normalmauermörtel erhöht.

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KS XL-Planelemente

Beispiele für KS XL-Planelemente (KS XL-PE) zum Versetzen in Dünnbettmörtel

Kennzeichnend für KS XL-PE ist die Anlieferung als kompletter Wandbausatz mit objektbezogenem Versetzplan, der aus dem Grundriss entwickelt ist.

Die optimierten Versetzpläne werden vom Hersteller erstellt, nachdem die Planungsunterlagen vorliegen. Die Pass- und Ausgleichselemente werden bereits werkseitig passgenau zugeschnitten. Ein Sägen auf der Baustelle ist daher nicht erforderlich. Lediglich das Ablängen der Kimmsteine erfolgt bauseits.

Es besteht dadurch keine Bindung an ein bestimmtes Raster. Der gesamte Bausatz – inklusive der erforderlichen Elemente zum Höhen- und Längenausgleich sowie ggf. passgenaue Giebelelemente – wird zusammen mit dem Versetzplan auf die Baustelle geliefert.

Die Anwendung von KS XL ist mit Erscheinen von DIN EN 1996/NA normativ geregelt. Weitere bauaufsichtliche Nachweise oder Herstellererklärungen sind nicht erforderlich.

Die charakteristische Mauerwerksdruckfestigkeit nach DIN EN 1996/ NA ist für KS XL vermauert mit Dünnbettmörtel gegenüber Mauerwerk in Normalmauermörtel und Mauerwerk aus KS-Plansteinen mit Dünnbettmörtel erhöht.

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KS XL-Rasterelemente

Beispiele für KS XL-Rasterelemente (KS XL-RE) zum Versetzen in Dünnbettmörtel

Voraussetzung für eine optimale Anwendung von KS XL-RE ist die konsequente Planung im oktametrischen (12,5 cm) Raster. Die üblichen Wandlängen im beliebig Vielfachen von 12,5 cm sind möglich. Die Beschränkung auf Regelelement (1/1) mit 50 cm Länge und zwei Ergänzungselemente (3/4) mit 37,5 cm Länge und (1/2) mit 25 cm Länge erleichtern Lagerhaltung und Disposition. Planänderungen können kurzfristig auf der Baustelle umgesetzt werden. Erforderliche Elemente zum Höhen- und Längenausgleich können auf der Baustelle hergestellt werden. Dadurch ergibt sich eine kurze Vorlaufzeit bis zum Baubeginn.

Die Anwendung von KS XL ist mit Erscheinen von DIN EN 1996/NA normativ geregelt. Weitere bauaufsichtliche Nachweise oder Herstellererklärungen sind nicht erforderlich..

Die charakteristische  Mauerwerksdruckfestigkeit nach DIN EN 1996/ NA ist für KS XL vermauert mit Dünnbettmörtel gegenüber Mauerwerk in Normalmauermörtel und Mauerwerk aus KS-Plansteinen mit Dünnbettmörtel erhöht.

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KS-Fasensteine

Beispiele für KS-Fasensteine (KS F) zum Versetzen in Dünnbettmörtel

Fasensteine mit einer Fasenbreite ≤ 7 mm dürfen für tragendes Mauerwerk nach DIN EN 1996/NA nur verwendet werden, wenn die planmäßig vermörtelte Aufstandsbreite ≥ 115 mm beträgt. Für die statische Berechnung und den Brandschutz ist als Wanddicke die Aufstandsbreite anzusetzen..

KS-Fasensteine mit geringeren Aufstandsbreiten können für nicht tragendes Mauerwerk verwendet werden. Bei einzuhaltenden Anforderungen an die Wanddicke ist auch hier die Aufstandsbreite maßgebend.

Bei Verwendung von Fasensteinen mit Dünnbettmörtel in einer Verblendschale von zweischaligem Mauerwerk ist eine allgemeine Bauartgenehmigung (aBZ) erforderlich. Die dort geregelten Anforderungen sind einzuhalten..

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KS-Verblender

Beispiele für KS-Produkte für Sicht- und Verblendmauerwerk zum Vermauern mit Normalmauermörtel

Frostwiderstand

Kalksandsteine, die der Witterung ausgesetzt sind (z.B. in der Verblendschale von zweischaligem Mauerwerk), müssen frostwiderstandsfähig sein. Die Einstufung in Vormauersteine und Verblender erfolgt nach DIN 20000-402. Bei KS-Vormauersteinen (Vm) muss mindestens die Frostwiderstandsklasse F1 und bei KS-Verblendern (Vb) mindestens die Frostwiderstandklasse F2 deklariert sein. 

Dies entspricht einer extremen Beanspruchung von 25 bzw. 50 Frost-Tau-Wechseln, wobei die Temperatur im Verlauf der Prüfung zwischen -15 °C und +20 °C wechselt. Zudem müssen KS-Vm mindestens die Druckfestigkeitsklasse 10 und KS-Vb mindestens die Druckfestigkeitsklasse 16 aufweisen.

Hinweise bei Erstellung von KS-Sichtmauerwerk

Verblendsteine für ein Gebäude sollten nur von einem Werk bezogen werden, da sonst Farbunterschiede nicht zu vermeiden sind. Die Liefermengen sind so zu disponieren, dass sie für einen Bauabschnitt oder zumindest für einen Wandabschnitt ausreichen.

KS-Vormauersteine und KS-Verblender haben im Allgemeinen herstellungsbedingt jeweils nur eine kantensaubere Kopf- und Läuferseite. Das ist beim Vermauern durch entsprechendes Drehen der Steine zu berücksichtigen. Bei erhöhten Anforderungen, z.B. bei beidseitigem Ein-Stein-Sichtmauerwerk, kann es erforderlich sein, auf der Baustelle eine gewisse Anzahl von Verblendern auszusortieren.

Eventuelle Mängel an den Steinen müssen bei der Anlieferung, in jedem Fall jedoch vor der Verarbeitung dem Lieferanten angezeigt werden. Keinesfalls sollten Steine verarbeitet und erst später reklamiert werden.

Für Sichtmauerwerk, vor allem für Verblendmauerwerk, sollte Werk-Trockenmörtel wegen der gleichmäßigen und ggf. besonders auf den Anwendungsfall abgestimmten Zusammensetzung gewählt werden.

Erste Wahl für Sichtmauerwerk

An das Aussehen und die Kantenbeschaffenheit von „normalen“ KS-Steinen nach DIN 20000-402 werden grundsätzlich keine besonderen Anforderungen gestellt. Dies gilt für alle Steindruckfestigkeitsklassen, auch bei Anlieferung per Kranwagen bandagiert oder folienverpackt. Es empfiehlt sich deshalb, für Sichtmauerwerk grundsätzlich KS-Verblender vorzusehen.

Spezielle Oberflächen

KS-Verblender sind teilweise werkseitig mit einer Imprägnierung vorbehandelt. KS-Verblender mit bruchrauer oder bossierter Oberfläche verleihen dem KS-Sichtmauerwerk ein besonderes Aussehen.

Verblender für zweischaliges Mauerwerk nach DIN EN 1996/NA

Sie müssen mindestens eine Steinbreite von d ≥ 90 mm haben. Bei Schornsteinköpfen, Kellereingangsmauern, Stütz- und Gartenmauern, stark strukturiertem Mauerwerk und ähnlichen Anwendungsbereichen sind KS-Verblender (KS Vb) zu verwenden. Dies gilt auch für zweischaliges Mauerwerk mit oder ohne Wärmedämmung mit außenseitiger Beschichtung der Außenschale und einschaliges Außensichtmauerwerk mit außenseitiger Beschichtung der Außenschale.

KS-Riemchen

Kalksandsteine mit einer Steinbreite von 10 mm ≤ d < 90 mm, die für Fassadenbekleidungen verwendet werden, werden als Riemchen oder Sparverblender bezeichnet. Sie werden an der Tragschale mit Mörtel angesetzt. Es handelt sich um angemörtelte Bekleidungen nach DIN 18515. Es gelten die Ausführungsbestimmungen der DIN 18515.

Innensichtmauerwerk

Für Innensichtmauerwerk ohne Anforderungen an die Frostwiderstandsfähigkeit sollten bei hohen optischen Anforderungen ebenfalls KS-Verblender oder KS-Vormauersteine verwendet werden. Bei geringeren optischen Anforderungen, z.B. bei Kellermauerwerk, Industrie- und Wirtschaftbauten, können auch Kalksandsteine ohne besondere optische Anforderungen zur Anwendung kommen.

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KS -E-Steine

Beispiele für KS Produkte mit durchlaufenden Installationskanälen

KS-Produkte nach DIN EN 771-2 und DIN 20000-402 mit durchgehenden vertikalen Installationskanälen (∅ ≤ 60 mm) im Abstand von 12,5 bzw. 25 cm werden als KS -E-Steine bezeichnet. Sie sind so im Verband zu mauern, dass über die gesamte Wandhöhe eines Geschosses durchgehende Kanäle entstehen. In diese Kanäle können nach Fertigstellung der Wände von der oberen Decke her Leerrohre für die Installation eingezogen werden.

Der Vorteil dieser Bauweise ist, dass Installationsleitungen nicht eingefräst werden müssen, sondern geschützt in der Wand liegen.

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KS-Bauplatten

KS-Produkte für nicht tragende Wände nach DIN 4103

Für nicht tragende innere Trennwände nach DIN 4103-1 können neben KS XL auch KS-Bauplatten eingesetzt werden. KS-Bauplatten sind Kalksandsteine nach DIN EN 771-2 und DIN 20000-402 mit einer Dicke ≤ 100 mm, die mit einem umlaufenden Nut-Feder-System ausgebildet sein können. Die Stoßfugen der KS XL-RE und KS XL-PE der Dicke 100 mm sowie die der KS-Bauplatten werden in der Regel vermörtelt.

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KS-Kimmsteine und KS-Wärmedämmsteine

Beispiele für KS-Kimmsteine / KS-Wärmedämmsteine

KS-Kimmsteine

KS-Kimmsteine werden als Bauteile zur Systemergänzung in unterschiedlichen Höhen zum Höhenausgleich am Wandfuß bzw. am Wandkopf eingesetzt.

KS-Wärmedämmsteine

KS-Wärmedämmsteine sind wärmetechnisch optimierte Kalksandsteine nach DIN EN 771-2 und DIN 20000-402, die unter Verwendung eines natürlichen Leichtzuschlags hergestellt werden. Sie werden in der Regel als Vollstein in der Steindruckfestigkeitsklasse ≤ 20 und einem Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit λ ≤ 0,33 W/(m·K) angeboten, regional auch mit anderen Steineigenschaften. Die verbesserten wärmeschutztechnischen Kennwerte werden laufend von unabhängigen Prüfstellen überwacht.

KS-Wärmedämmsteine werden an geometrisch bedingten Wärmebrücken wie z.B. Wandfußpunkten von Außen- und Innenwänden über nicht beheizten Kellern, Fundamentplatten oder belüfteten Kriechkellern eingesetzt.

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KS -U-Schalen

Beispiele für KS -U-Schalen

KS -U-Schalen sind Kalksand-Formsteine nach DIN EN 771-2 und DIN 20000-402, die aus anwendungstechnischen Gründen von der Form eines geschlossenen Mauersteins abweichen. Sie werden z.B. für Ringbalken, Stürze, Stützen und Installationsschlitze im Mauerwerk verwendet. KS -U-Schalen werden als Ergänzung für tragendes und nicht tragendes Mauerwerk sowie für Verblendmauerwerk angeboten.

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KS-Stürze

KS-Stürze sind vorgefertigte Bauteile zur Öffnungsüberdeckung. Dabei wird zwischen KS-Flachstürzen und KS-Fertigteilstürzen unterschieden:

  • Bei KS-Flachstürzen (h < 12,5 cm) wird die Zugzone im Werk vorgefertigt; die Druckzone wird z.B. durch Übermauerung auf der Baustelle hergestellt.
  • KS-Fertigteilstürzen (h > 12,5 cm) werden einschließlich der Übermauerung für ein konkretes Objekt im Werk vorgefertigt und auf der Baustelle als Fertigbauteil verlegt.

Beispiele für KS-Flachstürze nach allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung (abZ)

Flachstürze dienen zur Überspannung von kleinen Öffnungen (z.B. Fenster, Türen etc.) in Wänden und bestehen aus einem werkseitig vorgefertigten Zuggurt der aus KS-Formschalen, Beton und Bewehrung besteht und einer örtlich hergestellten Druckzone aus Mauerwerk oder Beton.

Die Bemessung des Flachsturzes erfolgt mit Hilfe von Bemessungstafeln auf der Grundlage typengeprüfter statischer Berechnungen der Hersteller.
KS-Flachstürze sind nur bei vorwiegend ruhender Belastung zu verwenden. Eine direkte Belastung durch Einzellasten (z.B. Stiele unter Dachpfetten) ist nicht zulässig.

Anforderungen an die Ausführung

Während der Montage sind Flachstürze mit einer lichten Öffnungsweite über 1,25 m einmal, über 2,50 m zweimal zu unterstützen.

Bei Überdeckung der Stürze mit Mauerwerk sind die Stoßfugen zu vermörteln, damit sich ein Druckgewölbe ausbilden kann.

Bei Verblendmauerwerk sind sowohl für den Flachsturz selbst wie auch für die Übermauerung frostwiderstandsfähige Steine nach DIN 20000-402 zu verwenden. Die Mörtelfugen sind bei diesen Stürzen in der Regel im äußeren Steinbereich ausgespart und mit Hartschaumstreifen versehen. Diese werden bei der Verfugung des Sichtmauerwerks herausgenommen, und die Fugen können gleichmäßig mit einem Fugenmörtel im Sturz- und normalen Mauerbereich ausgefüllt werden.

Beispiel für einen KS-Fertigteilsturz nach allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung (abZ)

Als Alternative zu Flachstürzen kommen im Hintermauerbereich KS-Fertigteilstürze zur Anwendung, deren Nennlängen zwischen 1 m und 2 m liegen. Bei diesen Stürzen ist im Vergleich zu den Flachstürzen die Übermauerung aus KS XL (Druckzone mit vermörtelter Stoßfuge) Bestandteil des Sturzes.

Die KS-Fertigteilstürze werden im Herstellwerk so gefertigt, dass der gesamte Zwischenraum zwischen der Oberkante der Wandöffnung und der Decke bereits ausgefüllt ist. Eine Anpassung der Sturzhöhe an die örtlichen Gegebenheiten auf der Baustelle, beispielsweise durch eine weitere Übermauerung, ist nicht mehr erforderlich.

Die Montage der Stürze erfolgt im Zuge des Versetzens der KS XL ebenfalls mit einem Versetzgerät, so dass es zu keiner Unterbrechung des Arbeitsablaufes kommt. Hierdurch kann auch im Wandöffnungsbereich die rationelle Herstellung von KS XL Mauerwerk erreicht werden.

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