KS West e.V.
KS West e.V.

Stoffwerte

Kalksandstein ist kein Leichtgewicht. Dies belegt der Blick auf die Stoffwerte: Dank seiner hohen Steinrohdichte, die der von Naturstein gleicht, hat Kalksandstein viele hervorragende Eigenschaften als langlebiger und leicht zu verarbeitender Baustoff.

Rohdichteklasse (RDK)

Steinrohdichteklassen
Übliche Steinrohdichteklassen (RDK) von Kalksandstein

Die Steinrohdichte wird in kg/dm³ angegeben. Der in der Leistungserklärung deklarierte Wertebereich der Brutto-Trockenrohdichte wird nach DIN 20000-402 der zugehörigen Rohdichteklasse zugeordnet.

Voll- und Blocksteine sind dabei den Rohdichteklassen ≥ 1,6 zuzuordnen, Loch- und Hohlblocksteinen den Rohdichteklassen ≤ 1,6. Ob Steine der Rohdichteklasse 1,6 zu den Voll- oder Lochsteinen zu zählen sind, ist abhängig vom prozentualen Lochanteil der Steine. In der Praxis werden im Wesentlichen die Rohdichteklassen 1,4 bis 2,2 hergestellt.

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Druckfestigkeitsklasse

Die Steindruckfestigkeit wird in N/mm2 angegeben. Kalksandsteine sind in den Druckfestigkeitsklassen 4 bis 60 genormt. In der Praxis werden im Wesentlichen die Druckfestigkeitsklassen 12 und 20 hergestellt.

Steindruckfestigkeitsklassen
Übliche Steindruckfestigkeitsklassen (SFK) von Kalksandstein

Für die Zuordnung in die Druckfestigkeitsklassen nach DIN 20000-402 muss die nach DIN EN 772-1 geprüfte und in der Leistungserklärung deklarierte mittlere Druckfestigkeit noch auf die in Deutschland maßgebende Druckfestigkeit unter Berücksichtigung des Formfaktors und des Faktors für den lufttrockenen Zustand umgerechnet werden.

Weitere Informationen zu Steinrohdichteklassen von Kalksandstein finden Sie hier.

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Frostwiderstandsfähigkeit

Kalksandsteine für ungeschütztes Mauerwerk, die der Witterung ausgesetzt sind (z.B. in der Verblendschale von zweischaligem Mauerwerk), müssen frostwiderstandsfähig sein. Die Einstufung in Vormauersteine und Verblender erfolgt nach 
DIN 20000-402. Bei KS-Vormauersteinen (Vm) muss mindestens die Frostwiderstandsklasse F1 und bei KS-Verblendern (Vb) mindestens die Frostwiderstandklasse F2 deklariert sein. Dies entspricht einer extremen Beanspruchung von 25 bzw. 50 Frost-Tau-Wechseln, wobei die Temperatur im Verlauf der Prüfung zwischen -15 °C und +20 °C wechselt. Zudem müssen KS-Vm mindestens die Druckfestigkeitsklasse 10 und KS-Vb mindestens die Druckfestigkeitsklasse 16 aufweisen.

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Wärmeleitfähigkeit und Wasserdampf - Diffusionswiderstandszahl

Zur Berechnung des U-Werts von Baukonstruktionen werden für Baustoffe so genannte Bemessungswerte der Wärmeleitfähigkeit verwendet und keine Mess- oder Nennwerte. Sie gelten für den langfristigen Gebrauchszustand des Baustoffs und für baupraktisch zu erwartende Feuchtegehalte. Messwerte hingegen, werden an fabrikfrischem und trockenem Material ermittelt.

Der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit beinhaltet einen Zuschlag zur Berücksichtigung des praktischen Feuchtegehalts des Materials und des Alterungsverhaltens des Materials, sowie ggf. Sicherheitszuschläge. Bemessungswerte bzw.  der Weg zu ihrer Ermittlung werden offiziell festgelegt und veröffentlicht. 

Die Verwendung von Mess- oder Nennwerten stellt einen Planungsfehler dar. 

Bemessungswerte der Wärmeleitfähigkeit
Bemessungswerte der Wärmeleitfähigkeit und Richtwerte der Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl von Kalksandstein- Mauerwerk und Kalksandsteinprodukten aus DIN 4108-4

Die Tabelle listet eine Auswahl von Bemessungswerten der Wärmeleitfähigkeit verschiedener Stoffe und Richtwerte der Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl der Stoffe auf.

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Grenzabmaße (Toleranzen)

Kalksandsteine sind durch das Herstellverfahren sehr maßgenau. Die in der Leistungserklärung deklarierte Abmaßklasse nach DIN EN 771-2 muss gemäß DIN 20000-402 für die Verwendung mit Dünnbettmörtel mindestens T3 und für die Verwendung mit Normal- oder Leichtmauermörtel mindestens T1 entsprechen. Für KS-Verblender sind die Grenzabmaße der Klasse Tm in DIN 20000-402 angegeben.

Grenzabmaße
Zulässige Grenzabmaße (Toleranzen) nach DIN V 106
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Verformungskennwerte

Mit Kriechen wird die Formänderung durch langzeitige Lasteinwirkung bezeichnet. Die Kriechzahl φ ist der Verhältniswert von Kriechdehnung εk,t zur elastischen Dehnung εel. Das Kriechen ist überwiegend irreversibel. Bei Mauerwerk mit Dünnbettmörtel verursacht die Anlegefuge mit Normalmauermörtel den wesentlichen Kriechanteil.

Verformungskennwerte
Verformungskennwerte von Kalksandstein-Mauerwerk mit Normalmauermörtel und Dünnbettmörtel nach DIN EN 1996-1-1/NA

Feuchtedehnung

Als Schwinden und Quellen werden Dehnungen (Volumen- bzw. Längenänderungen) von Mauerwerk und Mauerwerksbaustoffen infolge Feuchtigkeitsabgabe bzw. -aufnahme bezeichnet. Dabei wird vom erhärteten Zustand (Mauersteine) bzw. von einer gewissen Anfangserhärtung (Mauermörtel) ausgegangen. Schwinden und Quellen sind physikalische Vorgänge und mit Ausnahme von chemischem Quellen teilweise umkehrbar.

Der in DIN EN 1996/NA angegebene Rechenwert der Feuchtedehnung von Kalksandsteinen (Schwindmaß) εs= - 0,2 mm/m bezieht sich auf Prüfergebnisse an wasservorgelagerten Steinen. Ein Schwindmaß von -0,1 mm/m ist daher in vielen Fällen baupraktisch erreichbar, da in der Regel auf Baustellen trockene bzw. evtl. nur oberflächenfeuchte Steine verarbeitet werden.

Wärmedehnung

Die Wärmedehnung εT ergibt sich aus der jeweiligen Temperaturänderung ΔT in Kelvin und dem stoffspezifischen Wärmedehnungskoeffizienten αT in 1/K:  

Wärmedehnung

εT = ΔT · αT

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Radioaktivität (natürliche Strahlung)

Kalksandstein ist ein unbedenklicher Baustoff, weil die strahlenbiologisch relevante Bewertungszahl gering ist.

Strahlenwerte
Strahlenwerte der gängigsten Baustoffe im Vergleich
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Primärenergieinhalt (PEI) von Kalksandstein

Der Primärenergieinhalt (PEI) von Kalksandstein beläuft sich auf einer der folgenden Werte:

Entweder

PEI = 845 [kJ/kg KS]

oder

PEI = 234 [kWh/t KS]

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Schallgeschwindigkeit in Kalksandstein

Folgende Angaben können bezüglich der Schallgeschwindigkeit in Kalksandsteinen gemacht werden:

Mittelwert

v = 2.700 [m/s]

Wertebereich

v = 2.000 bis 3.000 [m/s]

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