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27.03.2026

Gegen die Wohnungskrise: Deutschland muss günstiger und dadurch mehr bauen

Der Wohnungsbau-Tag 2026 zeigt ein klares Bild: Der Wohnungsmarkt in Deutschland ist ins Stocken geraten – und mit ihm die Perspektiven für viele Menschen.

Dr. Hannes Zapf beim WOBT 2026 | Foto: Thomas Ernst

Nach Ansicht von Experten werden in diesem Jahr weniger als 200.000 neue Wohnungen entstehen. Gleichzeitig leben bereits fast zehn Millionen Menschen in zu kleinen Wohnungen. Der Bedarf wächst weiter – auch, weil die Haushalte kleiner werden.

Was fehlt, sind nicht nur Wohnungen, sondern die passenden Wohnungen.

Ein zentraler Hebel liegt in den Baukosten, wie Prof. Dietmar Walberg darlegte: Neubau ist heute vielerorts so teuer, dass Mieten von mindestens 18 €/m² entstehen. Das überfordert breite Teile der Gesellschaft. Gleichzeitig zeigen Beispiele, dass es auch deutlich günstiger geht – ohne Abstriche bei der Qualität. [Downloadlink zur Studie in den Kommentaren]

Die Diskussion auf dem Wohnungsbau-Tag macht deutlich: Mehr Neubau entsteht vor allem dann, wenn Bauen einfacher wird.

Dazu gehören:

• ein verlässlicher „Basisstandard Wohnen“, der auf unnötige Komplexität verzichtet
• Förderstrukturen, die konsequent auf bezahlbaren Wohnraum ausgerichtet sind
• schnellere Planungs- und Genehmigungsprozesse („Fast Lane“)
• mehr Transparenz über tatsächliche Bauaktivität

Denn: Ein funktionierender Wohnungsbau ist nicht nur eine soziale Frage, sondern auch eine wirtschaftliche Grundlage – für Arbeitskräfte, Wachstum und gesellschaftliche Stabilität.

Als Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau e.V. unterstützen wir den Dialog für mehr bezahlbaren Wohnungsbau. Unser Vorstandsmitglied Dr. Hannes Zapf zeigt mit seiner Position eine wichtige Stellschraube auf, mit der es gelingen kann, politische Ziele, Baustandards und Finanzierung zu verknüpfen:

„Die Baupolitik muss endlich da ansetzen, wo der Schuh am meisten drückt: Wir bauen zu wenig neue Wohnungen. Dennoch gibt es kein Förderprogramm mit dem einzigen und klaren Förderziel: mehr Wohnungsbau! Ob Energieeffizienz, Klimaschutz oder Preisbindungen – die staatliche Förderung ist immer mit Auflagen verbunden, deren Mehrkosten erstattet werden. So wird keine einzige zusätzliche Wohnung gebaut. Daher muss der Gebäude-Typ E nicht nur rechtlich abgesichert, sondern auch förderfähig werden.“