KS West e.V.
KS West e.V.
News
News | Öffentlichkeitsarbeit | Markt- und Bauwirtschaft
27.08.2026

Auch Milliarden im neuen Bundeshaushalt lösen das Baukostenproblem nicht!

Der Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 sieht erhebliche Mittel für den Wohnungsbau vor. So sind unter anderem fünf Milliarden Euro Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau eingeplant.

Statement Bundeshaushalt 2027
Roland Meißner: „Förderung allein löst die Wohnungsbaukrise nicht. Bauen muss wieder wirtschaftlicher werden.“

Das ist sicherlich wichtig, aber Fördermittel alleine helfen nicht, das Bauen insgesamt wieder wirtschaftlicher zu machen.

Die Wohnungsbaukrise betrifft nämlich nicht nur den geförderten Wohnungsbau. Deutschland braucht Neubau in der Breite: öffentlich gefördert, genossenschaftlich, kommunal, privat und freifinanziert.

Wenn Projekte an Baukosten, überbordenden Standards, Bürokratie und wirtschaftlich nicht tragfähigen Rahmenbedingungen scheitern, kann Förderung diese Probleme allenfalls abfedern. Nachhaltig lösen kann sie diese jedoch nicht.

Deshalb müssen wir gleichzeitig an die Kostenstruktur des Bauens:

• Standards konsequent auf ihren tatsächlichen Nutzen und ihre Kostenwirkung prüfen,
• Genehmigungen und Nachweise vereinfachen,
• Planungssicherheit schaffen,
• bewährte und wirtschaftliche Bauweisen konsequent nutzen,
• Förderung dort einsetzen, wo sie zusätzliche Investitionen tatsächlich auslöst.

Schleswig-Holstein macht es vor. Der Regelstandard „Erleichtertes Bauen“ zeigt, dass Kostensenkung möglich ist, ohne auf Sicherheit, Funktionalität und Wohnqualität zu verzichten.

Und genau darum muss es jetzt gehen. Wir können den Wohnungsbau nicht dauerhaft subventionieren, ohne gleichzeitig das Bauen selbst günstiger zu machen.

Der Erfolg des Bundeshaushalts 2027 wird sich deshalb nicht an den bereitgestellten Milliarden messen lassen, sondern daran, ob öffentlich geförderte, genossenschaftliche, kommunale, private und freifinanzierte Projekte wieder wirtschaftlich gebaut werden können.